|
Samstag nach dem Herz-Jesu-Fest (2.
nach Fronleichnam)
Die Bergfeuer zur Zeit der Sommersonnenwende wurzeln wie auch andere Jahresfeuer
im alten, vorchristlichen Kult der Naturvölker. In ihrem Glauben hing das Leben
von den Naturkräften ab. Große Bedeutung hatte die Sonne, von ihr kamen Heilung,
Segen und Fruchtbarkeit für Mensch, Tier und Natur. Mit dem Entzünden von Feuer
wollte man die Kraft der Sonne nachbilden, mit dem Abbrennen eines Feuerstoßes
oder dem Abrollen glühender Räder über die Berghänge wollte man sie beschwören.
Viehzuchttreibende Volksstämme gebrauchten die sogenannten "Notfeuer", um
Seuchen zu bannen. Die Nacht der Sommersonnenwende war eine der "Freinächte", in
der Geister, Hexen und Druiden ihr Unwesen trieben. Heute noch erhaltenes
Brauchtum zum Schutz vor Hexen, aber auch in Zusammenhang mit der Heilkraft
dieser besonderen Nacht, läßt Reste heidnischen Kultes erkennen; so soll
beispielsweise das Überspringen des hochlodernden Feuers Glück für Verliebte
bringen. AUßERDEM.... Aus der Zeit der Napoleonischen Kriege hat sich der wohl bekannteste Brauch Tirols erhalten. Als Napoleon 1796 von Mailand gegen Norden vorrückte und Tirol bedrängte, beratschagten die Tiroler Landesstände im Palais Toggenburg in Bozen über die Verteidigung des Landes. Der Prälat von Stams schlug vor, Tirol unter den Schutz des Herzens Jesu zu stellen und ihm den Freitag nach Fronleichnam zu weihen. Diesen Bund mit dem Herzen Jesu erneuerte Andreas Hofer mit seinen Schützen vor der zweiten Berg-Isel-Schlacht gegen die Franzosen und Bayern. Seitdem ist der Sonntag nach dem Herz-Jesu Freitag Tiroler Landesfeiertag, der mit Prozessionen und Bergfeuern hochgehalten wird. Diese Bergfeuer waren in Kriegszeiten Leuchtzeichen für einen abgesprochenen Kampfbeginn, die an weit sichtbaren Punkten und Gipfeln aufflammten. |